Archiv für März 2010

Tourlogbuch: 15 München

Sonntag, 28. März 2010

Mahoni ist zum zweiten mal Gast in Otti’s Schlachthof. Wer hätte das gedacht. Noch völlig mitgenommen von der letzten Nacht kommt die Band im Schlachthof an, und lässt sich erstmal zünftig versorgen. Otti hat die Ruhe weg, und auch Toni hält den Ball flach.
Völlig ungewohnt treffen die Jungs hinter der Bühne auf Prominenz. Mittermaier und Johann König lümmeln im Backstage und tauschen Witze. Da steigt Mahoni ein und ertauscht sich paar echte Brüller. So funktioniert das also. Wie der Auftritt wurde, wird hier nich verraten, denn das kann man heute Abend, am Ende vom Schlachthof selber sehen. (22:45 Bayrischer Rundfunk)
Nach dem Auftritt beginnt das Club hopping. Zunächst gehts ins Edmoses, ein Promi-Edel Club. Nur wer über 10000 Clicks bei youtube hat kommt rein, also kein Problem bei Toni. Trotzdem muss Toni aufbrausen und diskutieren, denn Brunos Frisur gefällt dem Türsteher nicht. Gottseidank hat Bruno eine Badekappe bei, und so kommen alle rein. Die Jungs sammeln ein Haufen Erfahrungspunkte, denn sowas hat noch keiner von Ihnen erlebt. Hübsche Frauen, teure Drinks und geleckte Toiletten sind so ziemlich das Gegenteil vom Clubleben in Berlin. Und so hält es die Feiertruppe auch nicht allzulange, und sie hoppen weiter zum nächsten Club (59:1). Hier gibts bessere Musik, und Toni tanzt wie ein Teufel. Das kostet Kraft, und beim nächsten Hopp zum Pimpanello macht Mahoni schlapp. Schade da verpasst er was, denn hier tanzen die Mädels bereits auf den Tischen.
Tja so ausgelassen geht es bei mir gerade nicht zu denn meine Maskenbildner nörgeln rum, angeblich kann man Fische nicht schminken, dabei haben sie es nicht mal versucht.

Euer Pierre

Tourlogbuch: 14 Brühl

Samstag, 27. März 2010

Brühl, ein Knaller. Hier spielen die Jungs nicht zum ersten und letzten Mal. Die Stimmung ist wie im letzten Jahr super. Ein Feuerwerk der Zu- und Abgaben lassen dieses Fest zu einem berauschendem Jahrhundertereigniss in Brühl werden.
Nur mit der Unterbringung ist es so eine Sache. Jeder bekommt zwar ein eigenes Zimmer, doch diese Zimmer sind Gästewohnungen im nahegelegnen Altersheim. Das schlägt ein wenig aufs Gemüt. Toni wohnt zwischen Ingeborg und Marianne, diese sind nicht nur leidenschaftliche Musikantenstadl Fans, nein sie sind auch im Anti-Gehörhilfen-Club. So muss sich Toni die Nacht mit dem Gedudel aus den Nachbarzimmern um die Ohren schlagen. Bruno wohnt neben dem Schwesternzimmer und bekommt so hautnah die Inkontinenzintervalle der Mitbewohner mit. Mamma Mia! Am nächsten morgen wird das 0-Sterne-Heim eilig verlassen.
Sowas kann mir nicht passieren, denn geschlafen wird bei mir nur auf der Bühne, denn das große ‘Traumraten’ ist ein Höhepunkt meiner Show. Wer meinen Traum errät, darf unbesudelt das Zelt verlassen und erhält sogar einen Gestankfisch als Andenken.

Euer Pierre

Tourlogbuch: 13 Bad Vilbel

Samstag, 27. März 2010

Mahoni und Band fahren in die Stadt der Quellen, Bad Vilbel. Lasst euch vom Intro verzaubern: www.bad-vilbel.de
Einzelne Bandmitglieder haben sich ein Spiel ausgedacht, es gehts so: wer zuerst ein schönes Mädchen sieht darf es behalten. Irgendwie kommt das Spiel nicht in Fahrt und so werden die Regeln geändert. Wer zuerst ein Mädchen sieht darf es angucken. Immernoch passiert nichts. Doch dann wird die einzelne Stadtschönheit in einer Bank entdeckt. Irgendwie traurig, denn keiner hat eine passende Geldkarte.
Der Auftritt soll gut gewesen sein, aber keiner erinnert sich daran, da anschließend ordentlich gebechert wurde und die Künstlerwohnung verwüstet wurde. Blöderweise vergessen die Jungs ihre Kaffeemaschine in eben verwüsteter Wohnung, und müssen dann untertänigst um Zuschickung selbiger betteln.
Ich habe gerade ein Tag Pause hier in Hong Kong und versuche freiwiwillige Helfer für meine Show morgen zu finden. Schwierig denn niemand scheint Interesse daran zu haben sich von den Pelikanen verführen zu lassen.

Euer Pierre

Tourlogbuch: 12 Leipheim

Samstag, 27. März 2010

Die Jungs sind in Leipheim, eine mir gänzlich unbekannte Stadt. Und schon wieder spielen sie in einem Schloss. Scheinbar haben sie es irgendwie in adlige Kreise geschafft, oder hier in Bayern gibts halt nur Schlösser. Für Verpflegung sorgt die temperamentvolle Doris aus Siebenbirgen. Die Band verliebt sich teilweise.Das Publikum ist jung und feminin, es tanzt sogar. Vielleicht klappt ja noch der Karrieresprung zur Boygroup.
Als Mahoni dem Publikum eröffnet, dass dies der letzte Auftritt mit Peggy ist, fließen Tränen. Einfach ergreifend. Sei es ob der jugendlichen Finanznot oder der volkstümlichen Sparsamkeit, gekauft wird nicht viel. Da haben die Jungs Glück, dass sie vom Veranstalter verpflegt werden. Und das fürstlich. Ein Sternekoch zaubert Köstlichkeiten Aus Fleisch welches im Wasser gewachsen ist. Lecker.
Von solchen Mahlzeiten kann ich hier im tiefsten Kongo natürlich nur träumen. Bei mir gibts es getrocknete Zebrastreifen mit Leipziger Keinerlei.

Euer Pierre

Tourlogbuch: 11 Mühldorf am Inn

Donnerstag, 25. März 2010

Nun da ich im tiefsten Afrika angekommen bin wird es auch mit der Verständigung mit den Einheimischen immer schwieriger. Mit Händen und Füßen kämpfe ich mich durch den Jungle und gegen die Sprachbarrieren. Mit pantomimischen Meistergeschick versuche ich Druckerpatronen und Lachgas zu besorgen, zwecklos.
So ähnlich geht es auch gerade den Jungs denn sie sind soweit im Südosten, dass sie fast schon wieder im Nordwesten sind. Die Leute sprechen hier ein starkes Bayrisch angereichert mit grotesken Gesten und mit scheinbar nur lokal bekannten Extralauten. Gespielt wird im großen Saal im Schlosse. Das gefällt den Jungs und natürlich besonders Peggy. Da scheinen sich die Herren Veranstalter ja was feines ausgedacht zu haben.
Ein weltmännischer Tontechniker holt alles aus Toni’s Stimme und sein Büttel (Assistent/Scherge) Dieter tut und macht damit der Klang genehm sei. Perfekt, in so einer Umgebung lebt Mahoni auf und weiss königlich zu amüsieren.
Danach gehen die Jungs noch mit Dieter essen und dezimieren den Schlehenschnapsbestand der Stadt beträchtlich. Dann gehts endlich ins Hotel. Peggy fragt schon ganz müde: “Ich dachte wir fahren wieder ins Schloss und schlafen da !?”. Nix da, es geht ab ins Gewerbegebiet. Kennt man bei uns im Osten nicht, aber in Bayern hat eigentlich jede Stadt und jedes Dorf ein Gewerbegebiet. Eigentlich ist jeder Bauernhof ein kleines Gewerbegebiet. Egal. Hier wird einfach alles abgewickelt was man im privaten nicht so mag, und so kommt es, dass das Hotel direkt neben einem Gefängniss liegt. Na dann, gute Nacht. Die Nich-mehr-raucher Zimmer in ihrem dunkelgelb laden zum schnellen ins Bett gehen ein.
Am nächsten Tage dann aber die Überraschung: ein königliches Frühstück! Zitronenhuhn und Lammkeule im Überfluss, wenn das die Knackis nebenan wüßten…
So mit den Druckerpatronen das wird wohl nichts da muss ich schnell umdenken. Aber ein bisschen Lachgas hab ich ja noch, da kommt zumindest die erste Reihe in Stimmung.

Euer Pierre

Tourlogbuch: 10 Gaggenau

Dienstag, 23. März 2010

Ach Gaggenau, ich erinner mich noch als wäre es gestern gewesen als ich noch dabei war, und wir die ‘Klag Bühne’ gerockt haben. Damals war es der letzte Auftritt unserer Tour und wir sind nachts im Schneetreiben nach Hause gefahren, es war Winter und alles grau.
Diesmal ist es schon etwas frühlingshafter und die Jungs finden sogar Zeit shoppen zu gehen. Mit Peggy im Schlepptau artet das natürlich schnell aus. Der nette 2nd-Hand Laden Verkäufer gibt alles, und verwandelt Peggy optisch in eine Vizeprinzessin. Im Prinzip unbezahlbar, da muss Mahoni schon noch eine Freikarte springen lassen damit die Rechnung aufgeht.
Die Stimmung am Abend ist grandios, eine recht hohe Frauenquote sorgt für besonderen Einsatz aller Beteiligten. Nur Peggy rollt die Augen, und verhindert so eine eventuelle Orgie. Am Ende gibt es ordentlich Schnaps um das Heimweh fern zu halten und den gelungenen Abend zu feiern. Zu Essen gibt es Schnitzel. Brunos Kommentar: Mamma Mia!
So ich muss jetzt hier im Kongo erstmal irgendwie n paar Lötkolben und viel Zinn besorgen. Dazu noch 20 Teelöffel und die Show kann starten.

Euer Pierre